Mechthild von Hackeborn

Mechthild (links) mit ihrer Schwester Getrud von Hackeborn

Mechthild von Hackeborn

auch: von Helfta

Gedenktag katholisch: 19. November

Name bedeutet: kraftvolle Kämpferin (althochdt.)

Nonne, Mystikerin
* 1241 oder 1242 bei Halberstadt in Thüringen
† 19. November 1299 (?) in Helfta in Sachsen-Anhalt

Aus niederem Adel derer von Hackeborn stammend, kam Mechthild im Alter von sieben Jahren zur Erziehung ins Kloster Rodersdorf und 1258 zu ihrer Schwester Gertrud von Hackeborn ins Zisterzienserinnenkloster Helfta, wo diese Äbtissin war. Mechthild erhielt eine gute Ausbildung, besonders ihre liturgischen und biblischen Kenntnisse waren hervorragend. Sie wurde Kantorin und Leiterin der Klosterschule.

Ihre mystischen Erfahrungen hielt Mechthild bis zu ihrem 50. Lebensjahr geheim, ab 1292 teilte sie diese mündlich mit. Nun wurden ihre Offenbarungen von zwei Mitschwestern - eine davon war wohl Gertrud von Helfta - und zunächst ohne ihr Wissen aufgeschrieben. Das Liber gratiae specialis, Buch der besonderen Gnade enthält ihre Visionen von Brautmystik der Vermählung mit Christus, von der Unio mystica als summa experientia, höchste Erfahrung, dazu die von Liebeswunden, von der Herz-Jesu-Verehrung, über Eucharistie, Liturgie und die Sorge für die Armen Seelen. Diese Visionen sind reich an Allegorien wie der vom Tugendbrunnen oder vom Herzensgarten sowie Zahlensymbolik. Als Askeseleistung legte Mechthild zur Erinnerung an die Passion Christi Scherben in ihr Bett und wälzte sich in ihnen, bis sie vor Blut triefte, um so den Zorn Gottes abzuwenden. Häufig wurde sie über das Schicksal Verstorbener befragt. Auch Wunderheilungen werden berichtet, so habe sie einer blinden Mitschwester wieder zum Sehen verholfen.

Mechthilds Werk fand Leser bei den Gottesfreunden, war Heinrich Seuse und Johannes Tauler bekannt und wurde ins Holländische, Englische und Schwedische übersetzt. Auch in der frühen Neuzeit wurde es wieder intensiv gelesen, im 19. Jahrhundert besonders in der Romantik geschätzt.

Attribute: Buch mit Taube

Quelle: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Mechthild_von_Hackeborn.htm